Musikalische Reifezeit in Schottland erfahren

Musikalische Reifezeit in Schottland erfahren

 

Folksongs aus Schottland und Irland hat Eddy Danco mit seiner außergewöhnlichen Stimme zum Kulturfrühstück nach Neuenstein mitgebracht. Der Sänger aus Esslingen hat ein riesiges Repertoire im Gepäck. Danco begeistert mit seinen Liedern zum Zuhören und Mitsingen. Sein Gitarrenspiel untermalt er mit selbst erlebten Geschichten von den schottischen Highlands oder aus der heimischen schwäbischen Provinz.

Uli Breutner, Chef des Kulturbahnhofs, freut sich auf das Engagement mit Danco. Der schwäbische Liederpoet sei ein Kenner der britischen Insel. „In deiner Zeit gab es noch keinen Brexit“, so Breutner‘s Seitenhieb auf die aktuelle politische Situation. Das Lied „Streets of London“ widmet Danco deshalb dem aktuellen Polit-Thema. “Ein bisschen schadenfroh darf man schon sein, aber passt auf, die Briten kommen wieder zurück“, schmunzelt der Musiker. Schnell ist Danco dem Publikum auf Du und Du. „Wie bei John Lennon in der Carnegy Hall“, so sein spontaner Vergleich.

Vor 13 Jahren erfüllt sich Danco seinen Lebenstraum. „Mit dem Wohnwagen bin ich durch den gesamten Commonwealth getourt“, so Danco. „Da habe ich viel mitgenommen.“ „Foggy Dew“ sei eines der Lieder dieser Zeit gewesen, während des Osteraufstands irischer Republikaner 1916 entstanden.

In Schottland erlebt er seine Reifezeit, in unzähligen Pubs. Das raue, herzliche Land hat es ihm angetan. Dort lernt er die Menschen mit ihren Ecken und Kanten kennen. Das traditionelle Volkslied „Scarborough fair“ oder Joan Osborne’s „One of us“ kommen hier wie auf der Insel an. Donnernder Applaus. „Sparen Sie mit Applaus, wir haben nicht so viel Zeit“, kokettiert er mit dem Publikum.

Griechenland beschreibt er als weiteres Traumland. Dass das griechische und das irische viele Gemeinsamkeiten habe, sei ihm schon früh aufgefallen. Und das sitzt auf der kleinen Bühne. Danco glänzt derweil als genialer Kunstpfeifer. Mikis Theodorakis Lieder zu pfeifen bieten Hörgenuss pur. Der frenetische Applaus gibt ihm recht.
Mit deutschen Volksliedern tut er sich schwer. Einzig Hannes Wader’s Lieder lassen ihn schwärmen. Da kennt er sich aus. Das ist seine musikalische Epoche.“Wir singen eins zusammen“, kommentiert Danco. Bei „Heute hier, Morgen dort“ hat er sofort das Publikum hinter sich wie eine eins. „Das gibt Kraft und Energie für die ganze Woche“, spricht er aus Erfahrung.

Bei „Romeo and Juliet“ interpretiert er Mark Knopflers Song auf seine eigene Weise. „Diese Stimme nimmt einen einfach mit“, schwärmt Breutner. Auch Rod Stewarts „I don’t walk to talk about it“ reißt alle vom Hocker. Danco trifft damit genau den Nerv. „Ich kann noch ein bisschen“, kündigt er seine Zugaben an. Don McLeans „And I love you so“ und vor allem „A whiter shade of pale” von Procol Harum werden stürmisch bejubelt. Nach knapp 3 Stunden endet Danco’s umjubelter Auftritt.

– Rainer Gaukel